Warum Hilfe annehmen Dich so ungeheuer attraktiv macht

Was ging Dir eben durch den Kopf, als du die Überschrift dieses Artikels gelesen hast?

Vielleicht: „Wieso muss ich Hilfe annehmen, um meine Weiblichkeit zu zeigen? Und was hat das mit meiner Attraktivität zu tun? Ich komme schließlich auch so ganz gut zurecht!“

Stimmt! Und das ist prima so!

So wie du denken ganz viele Frauen.

Ich gehörte lange Zeit auch dazu. Aber irgendwann habe festgestellt, dass ich mich mit dieser Einstellung um sehr schöne Erfahrungen bringe.

Dass ich durch die vielen Anforderungen, die ich glaube erfüllen zu müssen, bzw. zu wollen, meine weibliche Seite nicht voll auslebe.

Wie ist das bei Dir?

Bist du immer aktiv und zielorientiert am Handeln, Planen, Organisieren?

Bist du erfolgreich in deinem Beruf, musst dich dafür aber immer wieder mit deiner Stärke durchsetzen?

Trägst du ganz selbstverständlich die Verantwortung für die Kinder und/oder deinen Partner mit?

Gefällt es Dir, dass du fast alles ALLEINE schaffen kannst?

Ja???

Du darfst zu Recht stolz auf dich sein!

Du bist eine starke Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht.

ABERall diese Verhaltensweisen und Eigenschaften gehören definitiv zur MÄNNLICHEN, aktiven Yang-Energie!

Wie ist es um deine weibliche, sanfte Yin-Energie bestellt?

Dazu gehören z. B. das Geben, die Fürsorge, das schöpferisch Kreative, die Intuition, die Empathie aber auch das EMPFANGEN und die Anschmiegsamkeit.

Hand auf’s Herz, wie sieht es bei Dir aus?

Kannst du dich fallen lassen?

Zeigst du deine Schwäche?

Äußerst du deine Wünsche und Bedürfnisse, oder stellst du sie hinten an?

Kannst du Hilfe annehmen, oder darum bitten? Ohne sofort das Gefühl zu haben, etwas zurück geben zu müssen?

Bist du stolz auf deine Weiblichkeit und zelebrierst du sie mit Leichtigkeit?

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: „Nein, ganz oft schaffe ich das nicht!“

Einer der Sätze, die ich früher immer sagte war: „Ich trage meinen Rucksack selbst!“

Ja, und das habe ich sowohl wörtlich, als auch im übertragenen Sinne gelebt!

Ein Schlüsselerlebnis dazu hatte ich um meinem 50. Geburtstag auf Bali.

Wir wollten den Sonnenaufgang auf einem erloschenen Vulkan erleben. Dazu mussten wir mitten in der Nacht losfahren und noch etwa eine Stunde zum Gipfel hochlaufen. Ich war müde, es war dunkel und ich hatte nicht die richtigen Schuhe dabei. Klar, ich war ja auch in einem Wellness-Rereat auf BALI! Wer packt da schon die Wanderstiefel ein? 😉 Außerdem hatte ich meinen Rucksack mit der ganzen Verpflegung dabei.

Der Pfad war teilweise sehr schmal und das Gestein lose, so dass ich mit jedem Schritt ausrutschte. Wenn ich drei Schritte voran ging, rutschte ich einen wieder zurück. Dazu kam, dass ich in der Dunkelheit nicht besonders gut sehen kann.

ES WAR STRESSIG UND MACHTE KEINEN SPAß!

Plötzlich kam einer der einheimischen Guides auf mich zu und streckte mir die Hand hin. Zögernd nahm ich sie und ließ mir von ihm helfen. Dabei dachte ich: „Na klasse, kaum bist du 50 Jahre alt, musst du dich schon führen lassen, wie eine Oma!“

Da meldete sich aber plötzlich noch eine andere Stimme zu Wort, die sagte:

Warum eigentlich nicht??? Es darf doch auch einmal leicht gehen. Musst du denn immer alles alleine schaffen? Wenn Dir schon jemand helfen will, dann nimm es einfach an!“

Und genau das tat ich! Von da ab ging es leichter, unbeschwerter und schneller für mich voran. Tja, und irgendwann bot mir der helfende Engel an meiner Seite auch noch an, meinen Rucksack zu tragen. Diemal überlegte ich nicht lange, sondern gab ihn ihm. Kannst du Dir vorstellen, wie „erleichtert“ ich mich fühlte? Nebenbei bemerkt, hat es meinen jungen Führer richtig stolz gemacht, mich so toll unterstützen zu dürfen… 😉

Ich habe den Sonnenaufgang sehr genossen. Und an jenem Tage eine wichtige Lektion gelernt, die ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufe, wenn ich wieder glaube, als Einzelkämpferin unterwegs sein zu müssen. Seitdem lebe ich definitiv diese weibliche Seite viel bewusster.

Ich lasse mir die Türen aufhalten.

Ich lasse mir in den Mantel helfen (Obwohl ich mich dabei oft verheddere und es damit länger dauert, als wenn ich ihn selbst überziehe *zwinker.

Ich bitte meinen Partner, meine Kinder, oder Freunde um Hilfe.

Ich zeige, wenn es mir nicht gut geht und lasse mich auch mal trösten.

Ich spüre in mich rein und nehme wahr wie es mir gerade geht und was ich JETZT brauche. Genau das hole ich mir dann auch. Bei mir selbst, oder ich bitte jemanden darum.

Was passiert seitdem?

Ich befreie mich von dem enormen Druck immer „funktionieren“ zu müssen. Es tut gut, mir selbst einzugestehen, dass ich mich gerade müde, oder überlastet fühle. Seitdem sorge ich viel besser für mich.

Ich genieße es, mich unterstützen zu lassen und spüre die Dankbarkeit dafür.

Andere Menschen freuen sich, wenn sie mir etwas Gutes tun können.

Ganz besonders meinem Mann tut es gut, wenn er sich ‚gebraucht‘ fühlt und er mir dabei helfen kann, meine Probleme zu lösen. Damit darf er den aktiven Part übernehmen und sich als Mann beweisen. Das ist nämlich genau die Art und Weise, wie Männer ihren Frauen ihre Liebe zeigen. Indem sie etwas für sie TUN.

Ich darf einfach annehmen und bin damit ganz in meiner weiblichen Energie.

Das schafft eine tiefere Verbindung miteinander.

Nebenbei bemerkt – es macht sich auch in der Sexualität positiv bemerkbar. Die Herren der Schöpfung wünschen sich zwar selbstbewusste und selbstständige Frauen, aber das dauernde Signalisieren: ‚Ich brauche dich nicht, ist alles andere als sexy.

MEIN FAZIT:

Sowohl wir Frauen, als auch die Männer tragen die weiblichen und männlichen Energien in uns. Wir dürfen und sollen beide Seiten leben.

Wir sollten uns immer bewusst machen, mit welcher Rolle wir uns den Platz auf dieser Welt gesucht haben. Und sie ganz annehmen und ausfüllen.

Tun wir das nicht, dann ist das so, als ob wir einen ganz wesentlichen Teil von uns ablehnen. Das kostet auf Dauer viel Kraft. Es führt zur Verwirrung zwischen den Geschlechtern und schafft Probleme im Umgang miteinander.

Mich immer wieder ganz bewusst dafür zu entscheiden, meine weibliche Seite zu leben, bereichert mein Leben umgemein. Ich vergebe mir nichts, wenn ich dazu stehe, meine Gefühle und meine Bedürfnisse zu zeigen. Oder dem Anderen zugestehe, dass er etwas genauso gut, oder sogar noch besser kann, als ich. Ich mache mich damit nicht klein. Schließlich weiß ich genau, was ich alles alleine leisten kann.

Es gehört mitunter Mut und Vertrauen dazu, sich so ungeschminkt zu zeigen.

Du lässt deine Masken fallen. Aber genau das macht dich authentisch und glaubwürdig.

Plötzlich nehmen dich dein Partner, deine Kinder, deine Familie, deine Freunde, dein Chef, deine Kollegen, etc. ganz anders wahr. So ist eine Begegnung auf Augenhöhe möglich. Es schafft mehr Verständnis, Respekt und ein besseres Miteinander.

Und – das ist das ganz Entscheidende: Es macht dein Leben leichter!

Wie ist das bei dir?

Schaffst du es, dein Yin und dein Yang in der Balance zu halten?

Oder wird es Zeit, die weise Königin in Dir zu wecken?

Die weiß nämlich ganz genau, wann es Zeit ist, sich unnahbar und stark, oder aber charmant und anmutig zu geben, um das zu bekommen, was sie will.

Spiele mit deiner Weiblichkeit.

Sie birgt so viele bunte Facetten und ist deine Kraftquelle, aus der du schöpfen kannst.

Je wohler du dich als Frau fühlst, je lockerer du im Umgang mit Dir selbst bist, desto mehr werden Kämpfe und Auseinandersetzungen aus deinem Leben verschwinden.

Du kannst es jeden Tag üben, in dem du dich immer wieder zwischendurch fragst:

Was brauche ich gerade? Meine Ritterrüstung, oder meine Königinnenrobe?

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Was denkst Du darüber? Wie sind Deine Erfahrungen?

Ich freue mich, wenn Du mir Deinen Kommentar hinterlässt.

Herzliche Grüße

Claudia

6 Comments

  • Monika R.

    Reply Reply 6. März 2017

    Hallo Claudi!
    Tja, da habe gerade ich noch ne Menge zu lernen….. Es wird aber allmählich besser. Und ich habe festgestellt, dass es genauso ist, wie Du es oben beschrieben hast… Wenn man sich helfen lassen kann, hat mein Kapazitäten frei, um das auf anderen Gebieten auszugleichen.
    Nur mal fast so im Scherz: Jeder sollte das tun, was er kann. Bei mir ist es in der Beziehung oder Familie eben nicht das Kochen, aber notfalls kann ich alle zusammen besser beschützen, als die meisten Männer. Und jeder hat was davon…
    LG Moni

    • Claudia Karsunke

      Reply Reply 6. März 2017

      Hallo liebe Moni,

      ich kenne Dich jetzt schon so lange und ich weiß, wie schwer Dir das früher gefallen ist. Du bist ja nun mal das Pradebeispiel für eine „starke Frau“ ,-) Ich freu mich total darüber, wenn ich sehe, wie sehr sich Dein Leben zum Positiven verändert hat, seitdem Du Deine weiche Seite auch zeigst – den Menschen, die damit vorsichtig umzugehen wissen!
      Genau, wenn Jeder das tut, was er gut kann, ist Allen geholfen. Nicht nur in der Partnerschaft…
      Ja, wenn ich Jemanden brauche, der mich beschützen muss, komme ich gerne auf Dich zu *grins*

      Liebe Grüße
      Claudi

  • Dieter

    Reply Reply 3. März 2017

    Hallo Claudia,

    schön dass Du endlich den Blog am laufen hast. Ich habe schon lange darauf gewartet. Auch wenn ich ein Mann bin finde ich deine Tipps und Beschreibungen sehr aussagekräftig. Sie habe mir schon oft weiter geholfen, mich ein bisschen besser in eure Gedanken- und Gefühlwelt reinzuversetzen 😉 Das was du schreibst kann ich als Mann nur bestätigen! Mit macht es Spaß, wenn eine Frau meine Hilfe annimmt. Ist doch schön, wenn sich hinterher beide besser fühlen, oder?
    Grüßle
    Dieter

    • Claudia Karsunke

      Reply Reply 6. März 2017

      Hallo Dieter,

      freut mich, dass Dich der Artikel angesprochen hat. Es ist tatsächlich auch für mich immer wieder ein Lernprozess, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und sie dann auch zu äußern. Aber ich mache die Erfahrung, dass Männer darauf richtig toll reagieren. Das tut beiden Seiten gut!

      Herzliche Grüße
      Claudia

  • Erich

    Reply Reply 3. März 2017

    das ist echt cool.
    endlich ein blog von einer frau, die auch die sichtweise der männer berücksichtigt.
    gruß
    Erich

    • Claudia Karsunke

      Reply Reply 6. März 2017

      Hallo Erich,

      danke schön. Ich gebe mir Mühe, um ein bisschen zu vermitteln 🙂

      Viele Grüße
      Claudia

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